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Ratgeber · 04

Baukasten oder programmieren lassen?

Wix, Jimdo, Squarespace gegen eine gebaute Seite. Beides hat seine Berechtigung, aber nicht für denselben Betrieb.

Kurz gesagt

Baukasten, wenn die Seite vor allem existieren muss und das Budget bei null liegt. Bauen lassen, sobald sie Kunden bringen soll — und immer dann, wenn dir gehören soll, was du bezahlst.

Der Unterschied in einem Satz
Baukasten

Du mietest. Hörst du auf zu zahlen, ist die Seite weg.

Gebaut

Dateien und Inhalte gehören dir. Nach drei Jahren seid ihr beim Preis etwa gleichauf.

Was ein Baukasten wirklich kostet

Die Monatsgebühr klingt harmlos. 15 € im Monat sind 180 € im Jahr und 540 € in drei Jahren — ohne dass jemals jemand etwas für dich gemacht hätte.

Dazu kommt deine Zeit. Wer sich abends selbst durch einen Baukasten klickt, investiert schnell zwanzig Stunden. Rechne sie mit dem, was deine Arbeitsstunde wert ist.

Wo Baukästen wirklich gut sind

Wenn es schnell gehen muss und nichts dranhängt. Ein Verein, eine einmalige Veranstaltung, eine Seite, die vor allem existieren soll.

Auch als Zwischenlösung: lieber eine einfache Baukastenseite als zwei Jahre lang gar nichts.

Wo sie brechen

Vier Punkte, an denen es regelmäßig hängt:

  • Tempo. Baukästen laden viel mit, was deine Seite nicht braucht. Auf dem Handy merkt man das deutlich.
  • Individualität. Du bewegst dich in einer Vorlage. Was sie nicht vorsieht, geht nicht — und man sieht deiner Seite an, welche Vorlage es war.
  • Abhängigkeit. Preiserhöhung, Funktionsänderung, Anbieterwechsel: Du bist nicht am Steuer.
  • Umzug. Der Export ist bei den meisten Anbietern absichtlich unbrauchbar. Wechseln heißt neu bauen.

Die Frage, die wichtiger ist als der Preis

Wem gehört am Ende was? Bei einem Baukasten mietest du eine Seite. Hörst du auf zu zahlen, ist sie weg.

Bei einer gebauten Seite gehören dir die Dateien und die Inhalte — und die Domain kann auf deinen Namen laufen, wenn du das willst. Du kannst jederzeit jemand anderen damit weiterarbeiten lassen. Das ist kein technisches Detail, das ist der ganze Unterschied.

Die Rechnung über drei Jahre

Baukasten: 540 € Gebühren plus deine zwanzig Stunden plus eine Seite, die dir nicht gehört und die aussieht wie tausend andere.

Gebaut: ab 500 € einmalig, Hosting meist kostenlos, Domain 15 € im Jahr. Nach drei Jahren bist du etwa gleichauf — nur gehören dir Dateien und Inhalte, die Seite ist schneller und sie sieht nach deinem Betrieb aus.

Das ist keine Verkaufsrechnung, das ist Mathematik. Rechne sie mit deinen eigenen Zahlen nach.

Die ehrliche Empfehlung

Wenn du gerade anfängst und jeder Euro zählt: nimm einen Baukasten, aber kauf die Domain selbst und auf deinen Namen. Dann kannst du später wechseln, ohne alles zu verlieren.

Wenn deine Website Kunden bringen soll: lass sie bauen. Der Unterschied zeigt sich nicht am ersten Tag, sondern im zweiten Jahr.

Häufige Fragen
Kann ich von einem Baukasten später wechseln?

Die Inhalte ja, das Design nicht. Texte und Bilder lassen sich übernehmen, die Seite selbst wird neu gebaut. Wichtig ist, dass die Domain auf deinen Namen läuft — sonst wird der Wechsel unangenehm.

Was ist mit WordPress?

Das ist der dritte Weg: mächtig und verbreitet, aber du übernimmst damit eine Wartungspflicht. Updates für System und Erweiterungen sind Sicherheitsthemen, nicht Komfort. Für einen kleinen Betrieb ohne Betreuung ist das oft die schlechteste der drei Varianten.

Braucht eine gebaute Seite ein Wartungsabo?

Technisch nein — sie läuft auch ohne weiter, weil sie keine Erweiterungen hat, die veralten können. Ein Abo brauchst du nur, wenn du regelmäßig Änderungen willst.

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Geschrieben von Florenz Hardt, Berlin. Wenn etwas davon nicht mehr stimmt, sag mir Bescheid — ich halte die Texte aktuell.