Baukasten oder programmieren lassen?
Wix, Jimdo, Squarespace gegen eine gebaute Seite. Beides hat seine Berechtigung, aber nicht für denselben Betrieb.
Baukasten, wenn die Seite vor allem existieren muss und das Budget bei null liegt. Bauen lassen, sobald sie Kunden bringen soll — und immer dann, wenn dir gehören soll, was du bezahlst.
Du mietest. Hörst du auf zu zahlen, ist die Seite weg.
Dateien und Inhalte gehören dir. Nach drei Jahren seid ihr beim Preis etwa gleichauf.
Was ein Baukasten wirklich kostet
Die Monatsgebühr klingt harmlos. 15 € im Monat sind 180 € im Jahr und 540 € in drei Jahren — ohne dass jemals jemand etwas für dich gemacht hätte.
Dazu kommt deine Zeit. Wer sich abends selbst durch einen Baukasten klickt, investiert schnell zwanzig Stunden. Rechne sie mit dem, was deine Arbeitsstunde wert ist.
Wo Baukästen wirklich gut sind
Wenn es schnell gehen muss und nichts dranhängt. Ein Verein, eine einmalige Veranstaltung, eine Seite, die vor allem existieren soll.
Auch als Zwischenlösung: lieber eine einfache Baukastenseite als zwei Jahre lang gar nichts.
Wo sie brechen
Vier Punkte, an denen es regelmäßig hängt:
- Tempo. Baukästen laden viel mit, was deine Seite nicht braucht. Auf dem Handy merkt man das deutlich.
- Individualität. Du bewegst dich in einer Vorlage. Was sie nicht vorsieht, geht nicht — und man sieht deiner Seite an, welche Vorlage es war.
- Abhängigkeit. Preiserhöhung, Funktionsänderung, Anbieterwechsel: Du bist nicht am Steuer.
- Umzug. Der Export ist bei den meisten Anbietern absichtlich unbrauchbar. Wechseln heißt neu bauen.
Die Frage, die wichtiger ist als der Preis
Wem gehört am Ende was? Bei einem Baukasten mietest du eine Seite. Hörst du auf zu zahlen, ist sie weg.
Bei einer gebauten Seite gehören dir die Dateien und die Inhalte — und die Domain kann auf deinen Namen laufen, wenn du das willst. Du kannst jederzeit jemand anderen damit weiterarbeiten lassen. Das ist kein technisches Detail, das ist der ganze Unterschied.
Die Rechnung über drei Jahre
Baukasten: 540 € Gebühren plus deine zwanzig Stunden plus eine Seite, die dir nicht gehört und die aussieht wie tausend andere.
Gebaut: ab 500 € einmalig, Hosting meist kostenlos, Domain 15 € im Jahr. Nach drei Jahren bist du etwa gleichauf — nur gehören dir Dateien und Inhalte, die Seite ist schneller und sie sieht nach deinem Betrieb aus.
Das ist keine Verkaufsrechnung, das ist Mathematik. Rechne sie mit deinen eigenen Zahlen nach.
Die ehrliche Empfehlung
Wenn du gerade anfängst und jeder Euro zählt: nimm einen Baukasten, aber kauf die Domain selbst und auf deinen Namen. Dann kannst du später wechseln, ohne alles zu verlieren.
Wenn deine Website Kunden bringen soll: lass sie bauen. Der Unterschied zeigt sich nicht am ersten Tag, sondern im zweiten Jahr.
Kann ich von einem Baukasten später wechseln?
Die Inhalte ja, das Design nicht. Texte und Bilder lassen sich übernehmen, die Seite selbst wird neu gebaut. Wichtig ist, dass die Domain auf deinen Namen läuft — sonst wird der Wechsel unangenehm.
Was ist mit WordPress?
Das ist der dritte Weg: mächtig und verbreitet, aber du übernimmst damit eine Wartungspflicht. Updates für System und Erweiterungen sind Sicherheitsthemen, nicht Komfort. Für einen kleinen Betrieb ohne Betreuung ist das oft die schlechteste der drei Varianten.
Braucht eine gebaute Seite ein Wartungsabo?
Technisch nein — sie läuft auch ohne weiter, weil sie keine Erweiterungen hat, die veralten können. Ein Abo brauchst du nur, wenn du regelmäßig Änderungen willst.
Zwischen 300 und 3.000 € — und drei Dinge entscheiden, wo du landest.
Für den ersten Eindruck ja. Als einziges Zuhause nein — und das hat zwei handfeste Gründe.
Geschrieben von Florenz Hardt, Berlin. Wenn etwas davon nicht mehr stimmt, sag mir Bescheid — ich halte die Texte aktuell.