Was kostet eine Website für einen kleinen Betrieb?
Die ehrlichste Antwort auf die Frage, auf die dir kaum jemand eine Zahl nennt. Mit den laufenden Kosten, die in fast jedem Angebot fehlen.
Für einen kleinen Betrieb liegt eine ordentliche Website zwischen 300 und 3.000 €. Darunter bekommst du einen Baukasten, darüber meist eine Agentur mit Overhead, den du mitbezahlst.
- Eine Seite, ein Ziel
- 300–700 €
- Der Normalfall für einen Betrieb
- 500–1.500 €
- Dazu etwas, das arbeitet
- 1.500–3.000 €
- Darüber
- für einen kleinen Betrieb selten sinnvoll
Warum dir niemand eine Zahl nennen will
„Was kostet eine Website?“ ist wie „Was kostet ein Auto?“. Die Spanne ist so groß, dass jede schnelle Antwort entweder gelogen oder wertlos ist.
Trotzdem kann man sie beantworten, wenn man sagt, wovon es abhängt. Genau das machen die meisten nicht — weil eine konkrete Zahl sie festnagelt.
Drei Dinge bewegen den Preis, der Rest ist Beiwerk
Alles andere — Farben, Schriftarten, Animationen — kostet in der Praxis kaum Zeit. Diese drei tun es:
- Wie viele Seiten. Eine Landingpage ist ein Tag Arbeit, acht Seiten sind eine Woche.
- Ob Texte und Bilder da sind. Fehlen beide, kommt gut ein Drittel Aufwand dazu.
- Ob etwas passieren soll. Anschauen ist billig. Buchen, bezahlen, anmelden ist es nicht.
Was in welcher Klasse wirklich drin ist
300 bis 700 € — eine Seite, ein Ziel. Für eine Eröffnung, ein Angebot oder eine Anzeige. Kein Menü, keine Unterseiten, dafür schnell live.
500 bis 1.500 € — der Normalfall für einen Betrieb. Vier bis acht Seiten, Texte werden geschrieben, Google-Eintrag eingerichtet, ein Kontaktweg, der wirklich benutzt wird.
1.500 bis 3.000 € — dazu kommt etwas, das arbeitet: Online-Buchung, Zahlungen, mehrere Sprachen, ein geschützter Bereich.
Über 3.000 € wird es für einen kleinen Betrieb selten sinnvoll. Wenn doch, sollte sehr genau erklärt werden, wofür.
Die laufenden Kosten, die fast jedes Angebot verschweigt
Der Bau ist einmalig. Danach läuft es weiter — und das steht selten im Angebot:
- Domain: 10 bis 20 € im Jahr. Am besten läuft sie auf deinen Namen. Hält sie dein Dienstleister, lass dir schriftlich geben, wann und wie du sie bekommst.
- Hosting: von kostenlos bis etwa 20 € im Monat. Für eine Betriebsseite reicht meist die kostenlose Stufe.
- Pflege: entweder du machst es selbst, oder du zahlst dafür. Wer beides nicht einplant, hat in zwei Jahren eine Seite mit falschen Öffnungszeiten.
Woran du ein unseriöses Angebot erkennst
Drei Warnzeichen, die fast immer stimmen:
- Die Domain läuft auf den Anbieter — und es steht nirgends, wie du sie zurückbekommst. Nicht das Halten ist das Problem, sondern das Fehlen eines Weges hinaus.
- Der Preis ist auffällig niedrig, aber die Laufzeit steht erst im Vertrag. Eine Mindestlaufzeit ist normal — sie gehört nur vor den Vertragsschluss, nicht hinein. Rechne sie in jedem Fall hoch.
- Es gibt keine feste Zahl, sondern nur Stundensätze ohne Obergrenze.
Was du davon mitnehmen solltest
Frag nicht nach dem Preis, sondern nach dem Umfang — und lass ihn dir schriftlich geben, mit einer festen Zahl und einem Termin.
Und frag, wem die Domain am Ende gehört. Die Antwort sagt dir mehr über einen Anbieter als sein Portfolio.
Meine eigene Antwort darauf: Du entscheidest beim Start, ob Domain und Hosting auf dich oder auf mich laufen. Läuft es bei mir, schreibe ich die Domain auf Wunsch jederzeit auf dich um.
Warum ist eine gebaute Seite teurer als ein Baukasten-Abo?
Weil du Arbeit bezahlst, nicht Software. Beim Baukasten mietest du ein Werkzeug und machst alles selbst. Hier bekommst du Gestaltung, Texte, Einrichtung und jemanden, der erreichbar ist — einmal bezahlt statt monatlich.
Kann ich in Raten zahlen?
Üblich sind zwei Teile: die Hälfte, wenn dir der Entwurf gefällt, die andere Hälfte beim Livegang. Vor dem Entwurf fließt kein Geld.
Was, wenn ich später mehr Seiten brauche?
Dann kommen sie dazu, ohne dass etwas neu gebaut wird. Berechnet wird der tatsächliche Aufwand — eine zusätzliche Seite liegt meist im zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich.
Für den ersten Eindruck ja. Als einziges Zuhause nein — und das hat zwei handfeste Gründe.
Kostenlos, in einer Stunde eingerichtet — und der stärkste Hebel, den ein lokaler Betrieb hat.
Geschrieben von Florenz Hardt, Berlin. Wenn etwas davon nicht mehr stimmt, sag mir Bescheid — ich halte die Texte aktuell.