Reicht Instagram statt einer Website?
Viele Betriebe fahren seit Jahren gut mit Instagram allein. Bis der Tag kommt, an dem es nicht mehr reicht.
Instagram ist ein gutes Schaufenster, aber kein Zuhause. Dir gehört dort nichts, und wer nach deinem Gewerbe googelt, findet dich darüber praktisch nicht.
- Jemand sucht deinen Betrieb
- Nur Instagram
- Eigene Website
- Nicht bei Google
- Gefunden
Instagram erreicht, wer dir schon folgt. Google erreicht, wer dich noch nicht kennt. Deshalb ersetzt das eine das andere nicht — es ergänzt es.
Was Instagram wirklich gut kann
Es zeigt Arbeit. Ein Friseur, der jeden Tag ein gutes Ergebnis postet, verkauft damit mehr als mit jedem Text.
Es kostet nichts, es geht schnell, und es erreicht Leute, die gar nicht gesucht haben. Das kann eine Website nicht.
Und was es nicht kann
Der Unterschied fällt erst auf, wenn jemand konkret etwas von dir will:
- Öffnungszeiten, die stimmen und die man in zwei Sekunden findet
- Preise, die man nachlesen kann, ohne zu fragen
- Einen Buchungsweg, der auch nachts um elf funktioniert
- Eine Antwort auf die Frage „Wo genau ist das und wie komme ich hin?“
Der erste handfeste Grund: Dir gehört dort nichts
Dein Konto kann gesperrt werden — durch einen Fehler, eine Meldung, einen gehackten Zugang. Das passiert nicht oft, aber es passiert, und es trifft immer die, die keinen Plan B haben.
Wenn das dein einziger Kanal ist, ist an diesem Tag dein Betrieb online nicht mehr existent. Eine Website kann dir niemand sperren.
Der zweite: Google findet dich darüber nicht
Wenn jemand „Friseur Schöneberg“ sucht, zeigt Google die Karte und Webseiten. Instagram-Profile tauchen dort so gut wie nie auf.
Das ist der Unterschied zwischen Leuten, die dich schon kennen, und Leuten, die dich suchen. Instagram erreicht die einen, eine Website die anderen.
Das Zusammenspiel, das funktioniert
Instagram ist die Vorschau, die Website das Zuhause. Der Beitrag macht neugierig, die Website beantwortet die Fragen und nimmt die Anfrage entgegen.
Praktisch heißt das: Website-Adresse in die Instagram-Biografie, und auf der Website die letzten Beiträge einbinden. Beides einmal einrichten, danach läuft es.
Wann Instagram tatsächlich reicht
Wenn du ausgebucht bist, keine neuen Kunden brauchst und ausschließlich über Empfehlungen arbeitest. Das gibt es, und dann ist eine Website Geldverschwendung.
Für alle anderen gilt: Instagram bringt Aufmerksamkeit, die Website macht daraus Termine.
Kann ich meine Instagram-Beiträge auf der Website zeigen?
Ja, das ist üblich und sinnvoll. Die letzten Beiträge erscheinen automatisch auf der Seite, und du pflegst weiter nur an einer Stelle.
Reicht eine Facebook-Seite statt einer Website?
Sie hat dieselben Schwächen wie Instagram, plus eine zusätzliche: In vielen Branchen sucht dort kaum noch jemand aktiv nach Betrieben.
Was ist mit einem Linktree oder ähnlichem?
Besser als gar nichts, aber es rankt bei Google praktisch nicht und gehört dir genauso wenig. Für die Instagram-Biografie eine Notlösung, kein Ersatz.
Zwischen 300 und 3.000 € — und drei Dinge entscheiden, wo du landest.
Kostenlos, in einer Stunde eingerichtet — und der stärkste Hebel, den ein lokaler Betrieb hat.
Geschrieben von Florenz Hardt, Berlin. Wenn etwas davon nicht mehr stimmt, sag mir Bescheid — ich halte die Texte aktuell.