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Ratgeber · 06

Warum eine langsame Website dich Kunden kostet

Ladezeit ist die unsichtbarste Eigenschaft deiner Website. Man sieht sie nicht, man merkt sie nur, wenn man jemand anderes ist.

Kurz gesagt

Jede zusätzliche Sekunde Wartezeit kostet Besucher, bevor sie überhaupt etwas von dir gesehen haben. Und fast jede Seite ist auf dem Handy langsamer, als ihr Besitzer glaubt.

Woran es liegt
Bilder in voller Auflösung, fremde Dienste, Baukasten-Ballast
Vorgebaut, Bilder passend ausgeliefert, nichts Überflüssiges

Hier steht bewusst keine Sekundenzahl: Wie schnell deine Seite ist, hängt an deinen Bildern und deinem Gerät. Miss es selbst — das dauert eine Minute.

Was „langsam“ überhaupt heißt

Die Zahl, auf die es ankommt, ist die Zeit, bis der größte sichtbare Inhalt da ist — meist das große Bild oder die Überschrift ganz oben. Google nennt das Largest Contentful Paint.

Unter 2,5 Sekunden gilt als gut. Ab 4 Sekunden wird es kritisch. Bei 9 Sekunden sind die meisten Besucher weg, bevor irgendetwas zu sehen war.

Warum du es an deiner eigenen Seite nie merkst

Du rufst deine Website vom Bürorechner im WLAN auf, mit einem Browser, der alles schon zwischengespeichert hat. Für dich ist sie sofort da.

Dein Kunde steht in der U-Bahn, hat drei Balken Empfang und war noch nie auf deiner Seite. Er lädt alles zum ersten Mal und über eine Verbindung, die ein Bruchteil deiner ist.

Genau deshalb misst Google standardmäßig unter Handy-Bedingungen und nicht unter deinen.

Die drei häufigsten Ursachen

In dieser Reihenfolge, nach Häufigkeit:

  • Bilder in voller Kameraauflösung. Ein Foto mit 4 MB, das auf 400 Pixel Breite angezeigt wird — das allein erklärt die Hälfte aller langsamen Seiten.
  • Zu viele fremde Dienste. Chat-Fenster, Bewertungs-Widgets, Karten, Zähldienste, Schriften von fremden Servern. Jeder einzelne wirkt harmlos.
  • Baukasten-Ballast. Vorlagen laden Funktionen mit, die deine Seite gar nicht benutzt — abschalten lässt sich das meist nicht.

Was Google damit macht

Ladezeit ist ein Ranking-Faktor, aber ein schwächerer, als oft behauptet wird. Guter Inhalt auf einer langsamen Seite schlägt dünnen Inhalt auf einer schnellen.

Der eigentliche Schaden ist direkter: Wer wartet, geht zurück und klickt das nächste Ergebnis an. Das kostet dich den Kunden sofort, ganz ohne Umweg über Google.

Miss es selbst, in einer Minute

Du musst niemandem glauben, auch mir nicht. Gib deine Adresse in den Website-Check auf dieser Seite ein — die Messung kommt direkt von Google, nicht von mir.

Du bekommst vier Werte und die Zeit bis zum größten sichtbaren Inhalt. Wenn dort unter 2,5 Sekunden steht, ist alles in Ordnung. Steht dort mehr als 4, weißt du, woran du bist.

Was realistisch erreichbar ist

Eine gut gebaute Betriebsseite kommt auf unter eine Sekunde und 90 bis 100 Punkte. Das ist kein Kunststück, sondern eine Frage von Bildgrößen und Disziplin bei fremden Diensten.

Wenn deine Seite bei 60 liegt, sind die ersten 30 Punkte meist an einem Nachmittag geholt. Die letzten zehn sind Fleißarbeit — und oft nicht nötig.

Häufige Fragen
Mein Anbieter sagt, meine Seite sei schnell.

Das ist die Messung des Anbieters, oft unter günstigen Bedingungen. Miss mit Googles Werkzeug nach — das ist unabhängig und misst unter Handy-Bedingungen.

Reicht es, die Bilder zu verkleinern?

Oft ist das die halbe Miete. Bilder sind die häufigste Einzelursache. Die andere Hälfte sind meist fremde Dienste, die im Hintergrund mitladen.

Muss ich 100 von 100 Punkten erreichen?

Nein. Alles über 90 ist sehr gut, über 70 in Ordnung. Unter 50 wird es teuer, weil Besucher abspringen, bevor sie etwas gesehen haben.

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Geschrieben von Florenz Hardt, Berlin. Wenn etwas davon nicht mehr stimmt, sag mir Bescheid — ich halte die Texte aktuell.